Von einer „Spar-Viennale“ war die Rede, als Hans Hurch kürzlich zugab, dass Viggo Mortensen, sein Wunsch-Gast für 2014, der Filmschau leider doch fernbleiben würde. Kein Stargast, keine Gala, so mancher Glossist verortete gar schon eine Viennale in der Krise.
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| Karl Markovics ist nicht nur „Viennale-Fan, sondern mag auch Jessica Hausners Arbeiten sehr gern“. (Foto: Katharina Sartena) |
Bei windig-frischen Temperaturen gab es im Foyer des Gartenbaukinos dann die bekannten Backofentemperaturen, doch der guten Laune tat das keinen Abbruch: Das Team des Eröffnungsfilms „Amour Fou“ – Regisseurin Jessica Hausner sowie ihr Kameramann Martin Gschlacht und die beiden Hauptdarsteller Christian Friedel und Birte Schnöink – ließ sich beklatschen, und auch ein gut gelaunter Oscar-Gewinner und einstiger Hausner-Lehrer Michael Haneke wollte sich mitsamt Gattin Susi die Premiere von „Amour Fou“ nicht entgehen lassen. Auch Theaterlegende Erni Mangold besuchte das Kino, ebenso wie der iranische (aber in Paris lebende) Regie-Star Abbas Kiarostami, dessen Arbeiten Hausner sehr inspiriert haben sollen.
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| Stolz und fröhlich auch die Hanekes: Susi und Michael kamen, um „Amour Fou“ zu sehen. Jessica Hausner war einst Schülerin bei Haneke an der Filmakademie. (Foto: Katharina Sartena) |
Auch ganz neugierig auf den Spielfilm, der seine Weltpremiere heuer in Cannes hatte und am 7. November regulär in die Kinos kommt, waren Schauspieler und Regisseur Karl Markovics, Schauspielerin Michou Friesz, zusammen gesehen mit Enfant terrible Paulus Manker, der auch weniger grimmig dreinschaute als üblich. Irgendetwas, das steht fest, muss da die Stimmung der Viennale-Gäste gehörig angefeuert haben, bei so viel strahlenden Gesichtern trotz so miserablem Wetter.
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| Überraschend fröhlich zeigte sich Paulus Manker, wahrscheinlich hatte Schauspielerin Michou Friesz eine gute Pointe für ihn. (Foto: K. Sartena) |
Vielleicht war es einfach die Vorfreude auf die zu erwartende hohe Qualität, die für Freude sorgte: Hausners Film – obwohl ein Stück über die Todessehnsucht und den Doppel-Selbstmord von Heinrich von Kleist und seiner Partnerin – ist bis in jede Ritze von humoriger Feinsinnigkeit und hält für jene, die sich auf den Film einlassen, viele cineastische Glücksmomente bereit.
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| Hans Hurch (links) mit Überraschungsgast Abbas Kiarostami. Der Iraner gilt als Superstar des Kunstfilms und war für Jessica Hausner „die größte Inspiration“. (Foto: Katharina Sartena) |
Debatten also, gut 14 Tage vollgestopft mit vielen Filmen, und viele Stars beim Auftakt. Nur ein Star ist dieses Jahr nicht gekommen: Eric Pleskow, Hollywood-Produzentenlegende und als Präsident der Viennale bislang jedes Jahr über den großen Teich in seine Geburtsstadt Wien eingeflogen. Diesmal sei er „nicht so fit, dass er persönlich kommen könnte“, erzählte Mailath-Pokorny. Der Mann ist immerhin 90, und als Dank taufte die Viennale den neuen, zweiten Saal im frisch renovierten Metrokino nach ihm. Eric Pleskow schickte einen Brief. „Die Viennale mit einem Film über einen todessehnsüchtigen Dichter zu beginnen, der dann in einem Doppelselbstmord endet, das ist irgendwie typisch Hurch“, schrieb er. Und weiter: „Es gibt mich noch. I’ll be back! Ich habe vor, noch ein paar Jährchen auf dieser Welt zu bleiben“, so Pleskow. Wenn das kein Versprechen ist. Allerdings eines mit einem gewichtigen Antrieb für Pleskow. „Schließlich“, so schloss er, „möchte ich einmal in jenem Kinosaal sitzen, der nach mir benannt wurde“.





