Die Star-Dichte ist beim 77. Festival von Cannes so groß wie seit Jahren nicht.
Jane Fonda, Meryl Streep, Francis Ford Coppola: Das gute, alte Hollywood hat in Cannes heuer einen Großauftritt. Kein anderes Festival feiert die Legenden des Kinos so wie Cannes. Das ist durchaus Kalkül von Festival-Chef Thierry Frémaux: Auf diese Weise lässt sich die Legendenbildung auch für das Festival fortschreiben. Nicht umsonst sieht man heuer auf dem Festivalplakat zur Goldenen Palme auf – unter diesem Logo versammelt sich inzwischen 77 Jahre Filmgeschichte. Maßgebliche Meisterwerke wurden hier aus der Taufe gehoben – Francis Ford Coppolas „Apokalypse Now“ ist nur ein Beispiel für eine nicht enden wollende Liste an Filmerfolgen, die in Cannes vom Stapel liefen.




Da gehört es auch dazu, dass man die Helden von einst entsprechend feiert – und so ist Coppola, inzwischen 85 Jahre alt, heuer mit seinem neuen Film „Megalopolis“ hier im Wettbewerb vertreten. Eine glitzernde, aber auch düster-dekadente Fabel, in der Coppola das Römische Reich untergehen lässt, aber im modernen New York als Dekor. Coppola setzt den Untergang gleich mit einem drohenden Abschied der USA als Weltmacht, und das alles macht durchaus Sinn, braucht aber Zeit, um vollends durchdrungen zu werden.
Die Stars der jüngeren Generation sind auch gekommen: Adam Driver etwa, der in „Megalopolis“ die Hauptrolle spielt. Oder Anya Taylor-Joy, Superstar aus „Furiosa: A Mad Max Saga“, der hier außer Konkurrenz gezeigt wurde. Dazwischen jede Menge Top-Models – wobei auch hier die Legenden fast noch mehr strahlten als die Jungen: Naomi Campbell und Heidi Klum zogen alle Blicke auf sich.
Matthias Greuling
Fotos: Katharina Sartena
