Mit über 150 Filmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Das Max Ophüls Festival in Saabrücken eine zentrale Bühne für junge Talente der deutschsprachigen Filmwelt. Die 14 österreichischen Beiträge stechen in diesem Jahr hervor.
Von Matthias Greuling, Saarbrücken
Im Spielfilmwettbewerb feiert die Schauspielerin Julia Windischbauer ihr Regiedebüt mit „Callas, Darling„. Der Film erzählt die Geschichte zweier scheinbar verlorener Frauen, die sich nach einem zufälligen Kennenlernen gemeinsam auf den Weg Richtung Süden begeben und dabei ihr eigenes Leben sowie ihre Entscheidungen hinterfragen. Windischbauer, die 2022 als bester Schauspielnachwuchs für ihre Leistung in „Para:dies“ ausgezeichnet wurde, übernimmt in ihrem Werk auch eine der Hauptrollen.

Ein weiterer bemerkenswerter Beitrag ist Bernhard Wengers Satire „Pfau – Bin ich echt?„, die zuvor in Venedig uraufgeführt wurde. Der Film porträtiert einen Performer einer „Rent a Friend“-Agentur, die Begleiter für jeden Anlass vermittelt, und beleuchtet dabei auf humorvolle Weise gesellschaftliche Themen.
Im Dokumentarfilmwettbewerb sind gleich fünf österreichische Produktionen vertreten:
- „Bürglkopf“ von Lisa Polster: Dieser Film thematisiert ein sogenanntes Rückkehrberatungszentrum für Geflüchtete in Tirol und bietet einen tiefen Einblick in die Herausforderungen des Asylsystems.
- „Night of the Coyotes“ von Clara Trischler: Die Regisseurin nähert sich einem indigenen mexikanischen Dorf an und beleuchtet die Migrationsthematik aus einer einzigartigen Perspektive.
- „Noch lange kein Lipizzaner“ von Olga Kosanović
- „The Life of Sean Delear“ von Markus Zizenbacher
- „To Close Your Eyes and See Fire“ von Nicola von Leffern und Jakob Carl Sauer
Einige der Dokus können hier gestreamt werden.

Auch in den Kategorien der mittellangen und kurzen Filme sind österreichische Produktionen stark vertreten. Zu den ausgewählten Werken zählen unter anderem:
- „Die letzten Menschen“ von Nicolás Pindeus
- „Taschengeld“ von Matteo Sanders
Theresa Winkler (großes Bild oben, hier zu hören in unserem Podcast vom Vorjahr), Programmleiterin des Festivals, die ursprünglich aus der Steiermark stammt und in Wien lebt, betont die Vielfalt der diesjährigen Beiträge: „Wir sind sehr stolz auf diesen Jahrgang, der erneut eine vielfältige Auswahl an berührenden und inspirierenden Geschichten präsentiert.“ Die Themen reichen von Familie über Trauer, Verlust und Tod bis hin zu Female Empowerment, Männlichkeitsbildern und queeren Identitäten.
Das Filmfestival Max Ophüls Preis gilt als wichtigstes Festival für den deutschsprachigen Film und steht für die Entdeckung von Talenten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Preise in den vier Wettbewerben werden am 25. Januar 2025 vergeben. Mit dem diesjährigen Tribute des Festivals wird der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Christian Petzold geehrt.
Die starke Präsenz österreichischer Filme beim 46. Filmfestival Max Ophüls Preis unterstreicht die lebendige und vielfältige Filmszene des Landes und bietet eine hervorragende Plattform für den internationalen Austausch und die Vernetzung junger Filmschaffender. “Die österreichischen Filme zeigen in diesem Jahr eine besondere Stärke darin, persönliche Geschichten mit gesellschaftlichen Themen zu verweben. Sie bieten intensive, oft poetische Einblicke, die das Publikum nachhaltig berühren. Wir möchten nicht nur Filme zeigen, sondern die Filmschaffenden und ihre Anliegen in den Mittelpunkt rücken,“ betonte Winkler. „Das Festival ist ein Ort der Begegnung und der Inspiration.“
Mehr Infos: https://ffmop.de/
