Oscars 2025: Was uns erwartet

Die Oscars stehen vor der Tür: In der Nacht auf Montag werden in L.A. die Trophäen vergeben. Doch dieses Jahr gibt es Hochspannung und einige Kontroversen.

Von Matthias Greuling

In der Nacht von Sonntag auf Montag wird das Dolby Theatre in Los Angeles wieder der Nabel der Filmwelt sein, wenn dort  die 97. Verleihung der Academy Awards stattfindet. Live mit dabei ist man Sonntag Nacht auf ORF 1 (ab 0.00 Uhr, die Gala beginnt um 1.00 Uhr) sowie auf Pro7 (überträgt ab 23.45 Uhr). Die Gala kann erstmals auch bei Disney+ gestreamt werden.

Die Oscar-Gala 2025 verspricht eine besonders interessante Veranstaltung zu werden, nicht nur wegen der herausragenden nominierten Filme und Performances, sondern auch aufgrund von Kontroversen und strukturellen Änderungen innerhalb der Akademie.

Oscar-Favorit „Emilia Perez“ hat Probleme mit seiner Hauptdarstellerin… Foto: Festival de Cannes

Die Favoriten des Jahres

Mit 13 Nominierungen geht die französische Produktion „Emilia Pérez“ als führender Anwärter ins Rennen.  Regisseur Jacques Audiard erzählt die  Geschichte eines Drogenbosses, der sich in eine Trans-Frau verwandelt und schließlich eine neue Identität als Philanthropin annimmt. Der Film hat bereits in Cannes zwei Preise gewonnen und Anfang Jänner vier Golden Globes abgestaubt – und gilt als eines der mutigsten Werke des Jahres. 

Doch dann geriet der Film unter Druck, nachdem ältere, rassistische Tweets von Hauptdarstellerin Karla Sofía Gascón im Netz aufgetaucht sind. Zwar hat sich Gascón, die erste transgeschlechtliche Schauspielerin, die je  für einen Oscar nominiert wurde, für die Äußerungen entschuldigt; das Image des Films ist aber nachhaltig beschädigt. Die Oscar-Jurymitglieder dürften sich deutlich distanzieren, was den erwarteten Auszeichnungsreigen einschränken könnte. 

Die begehrteste Filmauszeichnung der Welt: Der Oscar. Foto: (C) AMPAS

Zudem gab es Debatten über die Darstellung von Trans-Identitäten im Film – einige Aktivisten sehen die Erzählung als problematisch, da sie Stereotype reproduziere.

Ebenfalls stark vertreten ist das Drama „Der Brutalist“ von Brady Corbet, das mit zehn Nominierungen ins Rennen geht. Der Film beleuchtet das Leben eines jüdischen Architekten (Adrien Brody) nach dem Zweiten Weltkrieg und erregte Aufmerksamkeit durch seinen innovativen, aber auch umstrittenen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI)  zur Modifikation der sprachlichen Akzente der Schauspieler. Da stand die Frage im Raum: Wenn die KI bereits in die Performances von Schauspielern eingreifen kann, wie gerechtfertigt sind dann Oscar-Trophäen für solche Darbietungen?

Außenseiter mit Chancen

Neben den großen Favoriten gibt es einige Werke, die sich als Geheimfavoriten entpuppen könnten. „Anora“, der Cannes-Sieger   von Sean Baker, hat nach seinem Erfolg bei den BAFTAs und den Producers Guild Awards starke Chancen, den Preis für den besten Film zu gewinnen. Ebenso wird „Like A Complete Unknown“ (mit Timothée Chalamet  als Bob Dylan) hoch gehandelt. Überraschung des Jahres ist Demi Moore, die für den Bodyhorror-Streifen „The Substance“ das erste Mal überhaupt für einen Oscar nominiert ist – und deren Chancen laut den Buchmachern nicht schlecht stehen.

Spaßig dürfte  die Oscar-Nacht auf jeden Fall werden: Late-Night-Legende  Conan O’Brien moderiert, was wohl für eine humorvolle, aber auch intellektuell ansprechende Show sorgen wird. Eine große Neuerung ist der Verzicht auf Live-Auftritte der nominierten Songs. Stattdessen werden Einblicke in den kreativen Prozess der Künstler gezeigt. Dies hat bereits vorab Kritik ausgelöst, da viele Fans die musikalischen Darbietungen als integralen Bestandteil der Verleihung sehen.

Zu allen Nominierten geht es hier.

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