Ulrich Seidl IM KELLER beim Filmfestival Venedig: Hodenstrecker und Warzensauen
Wenn Herr Ochs einen Anruf am Handy kriegt, dann ertönt als Klingelton die Kennmelodie aus der „Deutschen Wochenschau“ des Dritten Reiches. Sein Keller beherbergt einen Führer-Schrein mit allerlei feinsäuberlich drapierten einschlägigen Devotionalien. „In diesem Raum“, sagt Ochs, „treffen wir uns eigentlich immer, der ist am gemütlichsten.“ Sein Führer-Porträt staubt er mit einem Wedel in Schwarz-Rot-Gold ab. „Im Keller“ von Ulrich Seidl (Foto: Stadtkino) Es gibt … Ulrich Seidl IM KELLER beim Filmfestival Venedig: Hodenstrecker und Warzensauen weiterlesen
Birdman in Venedig: Das Ego, eine Qual
Irgendwann in „Birdman“ dreht Riggan Thomson (Michael Keaton) in seiner Garderobe völlig durch und schlägt alles kurz und klein. Schminkkoffer fliegen, Spiegel klirren, Regale stürzen. Eine Stimme aus dem Off flüstert ihm allerlei Gewissensbisse zu, Riggan selbst hat gerade schlechte Kritiken einstecken müssen, und das ist das Schlimmste im Leben eines Schauspielers: Von der Presse geprügelt zu werden und darob am Ende in der Versenkung … Birdman in Venedig: Das Ego, eine Qual weiterlesen
Locarno: Lav Diaz erhält Goldenen Leoparden
In Locarno gewinnt die Entschleunigung: Lav Diaz‘ 338 Minuten langer Film „Mula sa kung ano ang noon“ erhielt den Goldenen Leoparden „Mula sa kung ano ang noon“ von Lav Diaz (Foto: Festival Locarno) Eine Frau fährt auf einem Fluss in einem einfachen Boot. Es treibt langsam den Flusslauf hinab, die Frau macht einen unglücklichen Eindruck. Minutenlang verharrt die Kamera auf ihr, das schwarzweiße Bild bekommt … Locarno: Lav Diaz erhält Goldenen Leoparden weiterlesen
Armin Mueller-Stahl: Der Brad Pitt der DDR / Locarno 2014
Armin Mueller-Stahl ist ein wenig müde. Schließlich ist er, gemeinsam mit seiner Frau, gerade erst 1.200 Kilometer mit dem Auto gefahren. Von Berlin nach Locarno, um sich hier seinen goldenen Ehrenleoparden abzuholen, für sein Lebenswerk. Doch hinter dem müden Antlitz stechen seine blitzblauen Augen hervor. „Ich fahre sehr gerne mit dem Auto“, sagt der 83-jährige Schauspieler. „Erst kürzlich bin ich mit meiner Frau in Amerika … Armin Mueller-Stahl: Der Brad Pitt der DDR / Locarno 2014 weiterlesen
Melanie Griffith mag 50 Shades of Grey nicht sehen – Locarno 2014
Melanie Griffith genießt das Rampenlicht. Zu lange schon ist es ihr künstlerisch verwehrt geblieben, hatten Schlagzeilen bestenfalls über ihre Schönheits-OPs oder über die Trennung von ihrem Mann Antonio Banderas berichtet. Das soll jetzt vorbei sein: „Ich bin mittlerweile schon so alt, dass ich über der unbarmherzigen Hollywood-Regel drüberstehe. Jene Regel, die besagt, dass man ab 40 zum alten Eisen gehört“, gibt sich die Schauspielerin kämpferisch. … Melanie Griffith mag 50 Shades of Grey nicht sehen – Locarno 2014 weiterlesen
Luc Besson bringt LUCY nach Locarno
Er ist ein Mann von gewichtiger Durchsetzungskraft. Das hat aber wenig mit der stattlichen Figur Luc Bessons zu tun als vielmehr mit seiner ihm immanenten Zielstrebigkeit: Für die Filme seiner Produktionsfirma Europacorp unternimmt er seit Jahren große Anstrengungen, um internationale Kinohits Made in Europe herzustellen. Dazu gehören unter anderem seine eigenen Regiearbeiten wie „Das fünfte Element“, „Léon, der Profi“ oder „Nikita“, aber auch von ihm … Luc Besson bringt LUCY nach Locarno weiterlesen
Monsieur Claude und seine Töchter: Ein komödiantisches Spiel mit Alltagsrassismus
Drei junge Männer in entspannter Werkskleidung sitzen im Garten eines feudalen Anwesens. Dessen stockkonservativ-bürgerlicher Besitzer Claude Verneuil (Christian Clavier) und seine Gattin Marie (Chantal Lauby) empfangen gerade Gäste: „Sind das ihre Gärtner?“, fragt einer. Nein, sagen die Verneuils, das seien ihre Schwiegersöhne. Was für ein Schock: Die drei Männer sind alles, nur keine Franzosen! Der eine ist Jude, der andere Araber, der dritte Chinese, und … Monsieur Claude und seine Töchter: Ein komödiantisches Spiel mit Alltagsrassismus weiterlesen
Der letzte Tanz: Erni Mangold im Glück
Als zu Hause bei Karl (Daniel Sträßer) die Polizei klingelt, da kann seine Mutter (Marion Mitterhammer) gar nicht glauben, dass ihr Sohn nun in Handschellen abgeführt werden soll. Doch Karl leistet keinen Widerstand; Leute wie er gehörten weggesperrt, zeigt sich der Polizist wütend. Leute wie er, das weiß Karl, haben ein Tabu gebrochen. „Der letzte Tanz“ (Foto: Stadtkino) „Der letzte Tanz“ brachte Regisseur Houchang Allahyari … Der letzte Tanz: Erni Mangold im Glück weiterlesen
Von Nazi-Vergangenheit und Zukunftsängsten: "Und in der Mitte, da sind wir"
Die Baustelle zu einem neuen Einkaufszentrum am Ortsrand. „Jetzt werma bald a Stadt“, sagt ein Jugendlicher. Aber die Shops sind nicht das Wahre. „Wahrscheinlich Bipa, Penny, Kik, H&M und ein Mäci“, sagt ein anderer. „Und in der Mitte, da sind wir“. Foto: Filmladen Wir sind in Ebensee im Salzkammergut, da, wo es zur Nazizeit ein KZ gab und wo die dunklen Stollen am Ortsrand einst … Von Nazi-Vergangenheit und Zukunftsängsten: "Und in der Mitte, da sind wir" weiterlesen
BOYHOOD – Der ruhige Fluss des Lebens // Richard Linklater
Ein Film mit einer Spielzeit von 164 Minuten über einen ganz normalen kleinen Buben und seine Schwester, die zu Teenagern heranwachsen – kann das spannend sein? Oder kennt man das nicht ohnehin von sich selbst, von Bekannten, von Verwandten, den Nachbarn? Ellar Coltrane als Sechsjähriger in „Boyhood“. (Foto: Universal) Die Antwort lautet: Ja, das kann spannend sein. Und wie! „Boyhood“ von Richard Linklater zeigt das Erwachsenwerden, … BOYHOOD – Der ruhige Fluss des Lebens // Richard Linklater weiterlesen
