In memoriam Michael Glawogger – Neugier ohne Wiederkehr

Michael Glawogger (1959-2014) Foto: Tommy Pridnig Vor rund einem Monat verfasste Michael Glawogger einen Blogeintrag über seine Weltreise, zu der er im vergangenen Dezember aufgebrochen war. Er hatte bereits mehrere solcher Blogs auf standard.at und sueddeutsche.de in Form von Geschichten geschrieben, die ihm unterwegs widerfuhren und in denen er von sich selbst in der dritten Person sprach. Glawogger beschrieb einen Mann, der sich im afrikanischen … In memoriam Michael Glawogger – Neugier ohne Wiederkehr weiterlesen

Crossing Europe 2014: Nicht zum Fürchten

„Ein bisschen“, sagt Christine Dollhofer, „ist unser Festival schon zur Institution geworden. Es gehört mittlerweile nach Linz, die Förderer und Sponsoren stehen dahinter.“ Entspannte Worte aus dem Munde der Leiterin des „Crossing Europe“-Filmfestivals. Doch das war nicht immer so. Noch im Vorjahr, als Dollhofers engagierte Filmschau ihr zehnjähriges Bestandsjubiläum feierte, brachen ihr wichtige Sponsoren weg, und das Festival stand vor dem Aus. Die Situation war … Crossing Europe 2014: Nicht zum Fürchten weiterlesen

Mia Wasikowska trampt durch Australien

Als die damals 27-jährige Robyn Davidson (Mia Wasikowska) 1977 zu einem fast 3000 Kilometer langen Fußmarsch quer durch die australische Wüste aufbrach, da ahnte sie noch nicht, wie beschwerlich dieser Trip werden würde. Und das, obwohl die junge Frau zu diesem Zeitpunkt schon eine zweijährige Vorbereitungszeit hinter sich hatte: In dem Wüsten-Örtchen Alice Springs hat sie in völliger Abgeschiedenheit von der pulsierenden Welt den Umgang … Mia Wasikowska trampt durch Australien weiterlesen

Super-Hypochonder: Jeder Kuss kann tödlich sein / Dany Boon

Wenn Romain Faubert (Dany Boon) eine Google-Recherche anstellt, dann endet das zumeist auf der Intensivstation: Faubert ist nämlich ein Hypochonder, und die vermuten hinter einer harmlosen Blähung schon mal einen beklemmenden Brustschmerz mit anschließendem Herzstillstand. Oder machen ihr Testament, sobald sie Kreuzschmerzen haben. Oder berühren vor lauter Panik lieber keine Hände und Bussi-Wangen, denn darauf lauern Abermillionen an Bazillen. Dany Boon, angsterfüllt in „Super-Hypochonder“. (Foto: … Super-Hypochonder: Jeder Kuss kann tödlich sein / Dany Boon weiterlesen

Liam Neeson in "Non-Stop": Spaltungsirr in großer Höhe

Liam Neeson als Air Marshal in „Non-Stop“ (Foto: Constantin/Studio Canal) Wenn ein Air Marshal Angst vorm Fliegen hat und noch dazu ein Alkohol-Problem, dann kann das nur Liam Neeson spielen. Mit seinen mitleidig-kauzigen Gesichtsausdrücken wäre er eigentlich ideal für Rollen, in denen es um gebrochene Charaktere geht. Nun ist nicht jeder Action-Thriller mit Neeson zwangsläufig schlecht, aber die Vorfälle häufen sich. Und „Non-Stop“ bildet da … Liam Neeson in "Non-Stop": Spaltungsirr in großer Höhe weiterlesen

Die Bücherdiebin rettet Literatur vor den Flammen der Nazis

Es ist natürlich ein kraftvolles Bild, das den gängigen dramaturgischen Ansprüchen des Klischeekinos genügt, wenn ein junges Mädchen bei den Bücherverbrennungen der Nazis kurzerhand Bücher aus dem Feuer fischt, die es zum Eigenbedarf benötigt – und so gleichzeitig dafür sorgt, dass literarische Meisterwerke vor ihrer Vernichtung gerettet werden. „Die Bücherdiebin“ von Brian Percival erzählt so eine beinahe schon heroische Geschichte, und es ist kein Zufall, … Die Bücherdiebin rettet Literatur vor den Flammen der Nazis weiterlesen

Grand Budapest Hotel: Verliebt (bis) ins Detail

Wer Wes Andersons Filme bisher mochte, der wird auch „Grand Budapest Hotel“ lieben. Aber, und das sei dazu gesagt: Die formale Strenge, die er sich hier stilistisch auferlegt, könnte ihm noch zahlreiche neue Fans bescheren, denn Andersons lakonischer und auch langsamer Humor war vielen Kinobesuchern bislang zu trocken, und irgendwie auch zu „sophisticated“.Jetzt aber durchbricht der Regisseur von „Moonrise Kingdom“ und „The Royal Tenenbaums“ den … Grand Budapest Hotel: Verliebt (bis) ins Detail weiterlesen

Kein Gold für den Bären der Herzen – Die Berlinale-Preisträger 2014

Richard Linklater stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: Für seinen Film „Boyhood“ (ausführliche Kritik hier) erhielt er zwar hochverdient den Silbernen Bären als bester Regisseur, jedoch hatte man nach dem ersten Presse-Screening des Films nur mehr noch ihn auf der Liste für den Goldenen Bären, den Hauptpreis der 64. Berlinale. Aber die Jury hat ihre Eigenwilligkeit unterstrichen und mehrere Preise, darunter eben auch den Hauptpreis, … Kein Gold für den Bären der Herzen – Die Berlinale-Preisträger 2014 weiterlesen

Ganz Amerika in einem Film – Richard Linklater und BOYHOOD bei der Berlinale

Die „Boyhood“-Crew in Berlin (Foto: Katharina Sartena) Berlinale-Chef Dieter Kosslick hat „Boyhood“, den neuen Film von Richard Linklater („Before Sunset“, „Before Sunrise“), sehr spät in diesem Wettbewerb programmiert: Erst am Donnerstag Abend feierte der Film Premiere – das bedeutet, dass Regisseur und Darsteller bei einer eventuellen Prämierung am Samstag vermutlich noch in Berlin weilen werden und man sie nicht erst extra einfliegen müsste. Richard Linklater … Ganz Amerika in einem Film – Richard Linklater und BOYHOOD bei der Berlinale weiterlesen

Errol Morris: "Wir hätten nie in den Krieg ziehen dürfen" – The Unknown Known bei der Berlinale

Donald Rumsfeld darf reden. Viel reden. In Errol Morris’ Doku „The Unknown Known“ feiert sich der ehemalige US-Verteidigungsminister als Kriegsheld und Retter Amerikas, und das, obwohl Morris („The Fog of War“) für seine durchaus kritischen Arbeiten bekannt ist. Diesmal aber will er, dass sich das Objekt seiner Untersuchungen selbst entlarvt: Rumsfeld spricht über seine Jahre im Weißen Haus, über politische Gegner, über Vietnam und Nixon, … Errol Morris: "Wir hätten nie in den Krieg ziehen dürfen" – The Unknown Known bei der Berlinale weiterlesen