Robert Redford: Geradliniges Suspense-Drama in Venedig

Die Message ist simpel: Die großen Fische der Wall Street werden durch die Krise noch reicher, als sie ohnehin schon sind, die Durchschnittsbevölkerung wird darunter leiden, die Republikaner hätten es in ihrer Wahlkampfstrategie bloß auf jenes eine Prozent der US-Bürger abgesehen, die man gemeinhin die „Superreichen“ nennt, und Obama ist der einzige Hoffnungsträger. „The Company You Keep“, von und mit Robert Redford (Foto: La Biennale … Robert Redford: Geradliniges Suspense-Drama in Venedig weiterlesen

Olivier Assayas über "Après Mai" in Venedig

„Dieser Film ist wirklich sehr persönlich“, sagt der französische Regisseur Olivier Assayas. „Après Mai“, in Venedig im Wettbewerb zu sehen, ist die Geschichte von jugendlichen Revoluzzern, die in den 70er Jahren in der Pariser Vorstadt für Unruhe sorgen, Protestplakate malen, Sprayer-Aktionen durchführen und Flugzettel mit politischen Parolen drucken – um gegen bestehende soziale und politische Verhältnisse aufzubegehren. In meinem Interview spricht der 57-Jährige über seinen Film. … Olivier Assayas über "Après Mai" in Venedig weiterlesen

Wunderschön: "To the Wonder" von Terrence Malick in Venedig

Mit dem Alter wird dieser Mann offenbar richtig produktiv: Terrence Malick („Badlands“, „The Tree of Life“) hat bisher in 40 Jahren nur sechs abendfüllende Spielfilme gedreht, zwischen denen manchmal sogar 20 Jahre lagen. Aber mit 69 hat der öffentlichkeitsscheue Regisseur, der 2011 die Goldene Palme für „The Tree of Life“ bekam, gleich vier neue Filme in Planung, drei davon sollen 2013 erscheinen. Dafür macht sich … Wunderschön: "To the Wonder" von Terrence Malick in Venedig weiterlesen

Jesus ein Dildo? "Paradies: Glaube" von Ulrich Seidl in Venedig

Am Anfang steht die Selbstgeißelung, am Ende hat die Person die Rute, mit der sie sich selbst auspeitscht, gegen jemand anderen gerichtet. Dazwischen wird gebetet und gekämpft, begehrt und bekehrt, in Versuchung geführt und gefoltert. Nachdem „Paradies: Liebe“ bereits in Cannes aufgeführt wurde, hatte Ulrich Seidls „Paradies: Glaube“, der zweite Teil dieser Trilogie, nun beim Filmfestival von Venedig Premiere. Es gibt kaum einen passenderen Ort … Jesus ein Dildo? "Paradies: Glaube" von Ulrich Seidl in Venedig weiterlesen

"The Iceman": Nicht Held, nicht Unmensch

Um neun Uhr morgens hat man uns in Venedig heute einen brutalen Killer-Thriller gezeigt: „The Iceman“ von Ariel Vromen handelt von Richie Kuklinski, einem Auftragskiller, der lange Jahre ein Doppelleben führte: Für die Mafia tötete er über 100 Menschen, während er daheim den liebenden Familienvater spielte. Diese wahre Geschichte ist Grundlage für den Film, der mit Michael Shannon in der Rolle von Kuklinski, Winona Ryder … "The Iceman": Nicht Held, nicht Unmensch weiterlesen

Mira Nair in Venedig: Auch Komplexes ist banal

Selten hat man die Bewältigung des Post-9/11-Traumas in unseren Breiten aus einer anderen Sicht als der westlichen diskutiert; der Schmerz, der den Amerikanern damals inmitten ihres Finanzzentrums zugefügt wurde, hatte permanente Terrorangst, verschärfte Ausländergesetze, Kriege und Xenophobie zur Folge. Wer eine dünklere Hautfarbe hatte und einen schwarzen Bart trug, war in diesem hoch nervösen Amerika schon a priori verdächtig. „The Reluctant Fundamentalist“ mit Riz Ahmed … Mira Nair in Venedig: Auch Komplexes ist banal weiterlesen

Der Rost, der bleibt – Der Lido vor dem 69. Festival

Man soll nur ja nicht glauben, dass es Ausnahmen von der Regel gibt. Zumindest nicht in Italien. Denn da galt schon immer das Prinzip „Außen Hui, innen pfui“ – Wer eine umfassende Fassaden-Renovierung bestellt hatte, bekam nicht selten eine einfach überpinselte Mauer. Sieht ja auch ganz nett aus, zumindest für kurze Zeit. Auch am Lido von Venedig gilt dieses Motto. Denn hier, auf der Venedig … Der Rost, der bleibt – Der Lido vor dem 69. Festival weiterlesen

"360" von Fernando Meirelles: Konstruierte Dramolett-Romantik

TOP Die Liebe ist ein seltsames Spiel, sie kommt und geht von einem zum andern: Arthur Schnitzler hat diesen Liebes-Zirkel in seinem „Reigen“ beschrieben, Fernando Meirelles („City of God“) nimmt nun, nach dem Drehbuch des in Wien lebenden Peter Morgan („The Queen“), Anleihen bei Schnitzlers Struktur des kreisrunden Erzählens: Seine Geschichte über neun Menschen, die sich mal mehr, mal weniger intensiv aus bestehenden Beziehungen in … "360" von Fernando Meirelles: Konstruierte Dramolett-Romantik weiterlesen

Interview: Fernando Meirelles über "360"

Matthias Greuling im Gespräch mit Fernando Meirelles über seinen Film „360“, seine auch in Wien gedrehte lose Adaption von Schnitzlers „Reigen“ (Kinostart: 24.8.)  Fernando Meirelles und Matthias Greuling nach dem Interview in Wien  Matthias Greuling: Herr Meirelles, inwieweit ist „360“ nun doch eine Auseinandersetzung mit dem „Reigen“, obwohl Sie mehrfach betonten, der Film habe nichts mit Schnitzler zu tun? Fernando Meirelles: „360“ erzählt insgesamt … Interview: Fernando Meirelles über "360" weiterlesen