Berlinale 2013: Vom Ende der Kompromisslosen
Viel ist dieser Tage in Berlin von der Provokation zu hören. Vom Ungestümen, das dem Weltkino zur Zeit abgeht, weil es auf so viele (nicht allzu neue) Umstände Rücksicht nehmen muss. Auf Budget, auf Moral, auf Zensur oder auf politische Situationen. Immer schwerer ist es, Kunstfilme zu finanzieren, hört man allerorts. Und wer einen Koproduzenten gefunden hat, bekommt von ihm zumeist nicht nur Geld, sondern … Berlinale 2013: Vom Ende der Kompromisslosen weiterlesen
PARADIES HOFFNUNG: Ulrich Seidl im Fat-Camp
Der Hattrick ist geschafft: Ulrich Seidl brachte bei der Berlinale am Freitag Abend den dritten Teil seiner „Paradies“-Trilogie zur Uraufführung, und hat damit das seltene Kunststück geschafft, in drei aufeinanderfolgenden A-Filmfestivals im Wettbewerb zu stehen – bislang gelang das nur dem Polen Krzysztof Kieślowski mit seiner „Drei-Farben“-Trilogie. PARADIES: HOFFNUNG (Foto: Berlinale/Stadtkino) Nach Cannes („Paradies: Liebe“) und Venedig („Paradies: Glaube“) nun also „Hoffnung“ in Berlin. … PARADIES HOFFNUNG: Ulrich Seidl im Fat-Camp weiterlesen
Schauwert zum Vergessen: THE GRANDMASTER eröffnet die 63. Berlinale
Die Berlinale hat selten Glück bei der Wahl ihrer Eröffnungsfilme. Immer wieder zeigt sich hier, wie schwer die Konvergenz aus Anspruch, Kunst und Breitenwirksamkeit sein kann. Das war schon beim desaströsen Stalingrad-Kriegsfilm „Enemy at the Gates“ im Jahr 2001 so, beim laschen „Cold Mountain“ (2004) aber auch bei dem Abenteuerfilm „Man to Man“ (2005), bei „The International“ (2009) oder im Vorjahr bei dem theatralisch dahindümpelnden … Schauwert zum Vergessen: THE GRANDMASTER eröffnet die 63. Berlinale weiterlesen
Ab 7.2.: Berlinale-Zeit
Ab 7.2.2013 berichte ich an dieser Stelle von der 63. Berlinale in Text-, Foto- und Videobeiträgen.Vorbeischaun lohnt sich.. Matthias Greuling Ab 7.2.: Berlinale-Zeit weiterlesen
Zum Kotzen: Pierre Schoellers DER AUFSTEIGER (L’Exercice de l’État)
TOP Was tut man, wenn man am Unfallort eines verunglückten Autobusses Dutzende verletzte und tote Kinder sieht? Richtig, man kotzt. Genau das macht Bertrand Saint-Jean (Olivier Gourmet) auch, aber als französischer Transportminister muss er zuvor noch den TV-Kameras aus aller Welt erklären, wie es zu dem horriblen Unfall kam und wie er politisch einzuordnen ist. Und Beileid an die Eltern, ja. Erst, wenn die Kameras … Zum Kotzen: Pierre Schoellers DER AUFSTEIGER (L’Exercice de l’État) weiterlesen
Oscar-Favorit? Steven Spielberg und LINCOLN
TOP Die Filmografie von Steven Spielberg ist zweigeteilt: Zum einen hat dieser einst als Wunderkind bezeichnete Regisseur zumindest die Hälfte aller Event-Movies der letzten 40 Jahre gedreht, ja, er hat dieses Genre mit „Der weiße Hai“ gar erfunden. Zum anderen ist der 66-jährige, linksliberale Filmemacher an (US-amerikanisch geprägter) Geschichte überaus interessiert, hat mit „Schindlers Liste“ oder „Der Soldat James Ryan“ große Dramen erzählt, die allesamt … Oscar-Favorit? Steven Spielberg und LINCOLN weiterlesen
Quentin Tarantino und sein DJANGO UNCHAINED
TOP Man kann in diesem Film zählen, wie oft das Wort „Nigger“ fällt. Man kann den befreiten Sklaven Django (Jamie Foxx) als ultracoolen Kinohelden mit getönter Brille sehen. Man kann die knapp dreistündige Reiterei durch Amerikas Süden auch als dramaturgisch schwerfällig und unstrukturiert bezeichnen. Aber all das wäre eine viel zu kurz gegriffene Rezeption von Quentin Tarantinos „Django Unchained“. Jamie Foxx und Leonardo DiCaprio. Foto: … Quentin Tarantino und sein DJANGO UNCHAINED weiterlesen
Tarantinos DJANGO UNCHAINED und Spielbergs LINCOLN
Das Wort Showbusiness hat seinen Namen nicht von ungefähr. Alles hier zielt allein auf die perfekte Inszenierung ab, nichts muss, aber alles kann der Wahrheit entsprechen, doch meist geht es weniger um Wahrheit als vielmehr um pure Unterhaltung. Und die soll letztlich für klingelnde Kassen bei den Erzeugern sorgen. Die Amerikaner gelten als Erfinder dieser Spaßkultur, und sie machen sich die Mechanismen von Jubiläen gern … Tarantinos DJANGO UNCHAINED und Spielbergs LINCOLN weiterlesen
Ulrich Seidl und PARADIES: GLAUBE
TOP (meine Kritik zu PARADIES: LIEBE finden Sie hier) Am Anfang steht die Selbstgeißelung, am Ende hat die Person die Rute, mit der sie sich selbst auspeitscht, gegen jemand anderen gerichtet. Dazwischen wird gebetet und gekämpft, begehrt und bekehrt, in Versuchung geführt und gefoltert. Ulrich Seidls „Paradies: Glaube“, der zweite Teil dieser Trilogie, wurde beim Festival von Venedig uraufgeführt. Es gibt kaum einen passenderen Ort … Ulrich Seidl und PARADIES: GLAUBE weiterlesen
Ang Lee und der Kampf mit dem Tiger
TOP Wie verfilmt man ein Buch, dessen Titel schon seinen Inhalt umreißt und auch als obskur-knappe Kurzgeschichte gelingen hätte können? „Schiffbruch mit Tiger“ erzählt von einem jungen Inder und einem bengalischen Tiger, die in einem nussschalengroßen Boot über den Ozean schippern. Kriegt der Tiger Hunger, wäre der junge Mann ziemlich schnell gefressen, und die Geschichte aus. Aber Yann Martels Buchvorlage von 2001 bescheidet sich nicht … Ang Lee und der Kampf mit dem Tiger weiterlesen
