Tizza Covis und Rainer Frimmels unprätentiöses Porträt eines Mannes, der sein Leben durch und für die Musik lebt, feiert großen Erfolg in Bozen. Auch für Nikolaus Geyrhalter gab es einen Preis.
Von Marina Richter, Bozen
Der Preis Des Landes Südtirol für Den Besten Film des Wettbewerbs BFFB39 (dotiert mit 5000€) ging am Samstag Abend an “The Loneliest Man in Town” von Tizza Covi und Rainer Frimmel (AUT 2026). Die fünfköpfige Jury bestehend aus Andrea Bernard, Susanne Burg, Roberto Farneti, Anna Ladinig und Frédéric Maire, begründete ihre Entscheidung mit folgenden Worten: ”Mit einem zurückhaltenden und zugleich kraftvollen Stil erschafft der Film eine Welt voller Details, die zur Charakterisierung der Figur beitragen. Aufgrund seiner konsequenten künstlerischen Haltung, dem Respekt, den er seinen Protagonisten entgegenbringt, und der Fähigkeit, das Große im Kleinen zu erzählen, entwickelt der Film einen großen Widerhall und überzeugt mit beeindruckender Sensibilität.”

Auch der Preis Der ZeLIG Filmschule Bozen für Langfilme mit dokumentarischen Elementen ging an Covis und Frimmels Werk von sanft einhüllender Dramatik, das dem realen Leben entlehnt ist. Der Film feierte seine Weltpremiere im Hauptwettbewerb der Berlinale Anfang des Jahres, wo er zu den Favoriten der Filmkritiker zählte. Diese berührende Geschichte über Al Cook (oder Alois Koch), einen Wiener, der sein ganzes Leben dem Blues widmete, obwohl er nie einen Fuß auf den amerikanischen Kontinent gesetzt hat, besticht durch ihren melancholischen Ton und die Zärtlichkeit, mit der sie sich ihrer Hauptfigur nähert.

Spezialpreis Dolomiten Unesco Welterbe (dotiert mit 1000€) ging an MELT (2025) von Nikolaus Geyrhalter (AUT 2025). So begründete die Jury ihre Entscheidung: “Melt beleuchtet mittels eindrücklicher Bilder und Interviews den Umgang mit Schnee aus sehr unterschiedlichen Perspektiven: bäuerliche Traditionen und Jahrtausende alte Überlebensstrategien mit einem tiefen emotionalen Bezug zum Schnee.”
