Ein perfekter Urlaub mit jeder Menge Chaos

Elyas M’Barek, Florian David Fitz, Karoline Herfurth und ihre prominenten Kollegen präsentierten in Wien die Komödie „Der perfekte Urlaub“. Dabei wurde über Freundschaft, Lügen und die Tücken des gemeinsamen Reisens gesprochen. Und darüber, weshalb selbst Mallorca irgendwann anstrengend wird.

Von Anna-Sophie Sartena

München sei ja eigentlich nur ein Vorort von Wien, scherzte der Moderator gleich zu Beginn. Dort hatte am Vorabend die Deutschlandpremiere von „Der perfekte Urlaub“ stattgefunden, nun war Österreich an der Reihe. Und dafür hatte Constantin Film beinahe alles aufgeboten, was das deutschsprachige Kino an prominenten Namen zu bieten hat: Elyas M’Barek, Karoline Herfurth, Florian David Fitz, Jessica Schwarz, Jella Haase, Wotan Wilke Möhring, Frederick Lau und Diana Amft nahmen gemeinsam mit Produzentin Lena Schömann im Wiener Hotel Rosewood Platz. Die Stimmung war ausgelassen, die Wortmeldungen überschlugen sich gelegentlich, und nicht immer hielten sich die Schauspieler an die Spielregeln einer Pressekonferenz.

Pressekonferenz für den Film 'Der perfekte Urlaub' mit mehreren Schauspielern, die an einem Tisch sitzen und miteinander lachen.
Gute Stimmung in Wien: Frederick Lau, Diana Amft, Florian David Fitz und Karoline Herfurth bei der Pressekonferenz zu „Der perfekte Urlaub“. Foto: Katharina Sartena

Sieben Jahre nach dem Kinoerfolg „Das perfekte Geheimnis“ versammelt Regisseur Bora Dagtekin seine Freundesclique erneut. Damals brachte ein Abendessen, bei dem sämtliche Handys auf den Tisch gelegt wurden, allerhand Untreue und Heimlichkeiten ans Licht. Diesmal soll ein Urlaub auf Mallorca die angeschlagenen Beziehungen retten. Was natürlich gründlich schiefgeht. „Im ersten Teil ging es darum, dass die Geheimnisse entlarvt werden. Jetzt geht es darum, was passiert, wenn die Wahrheit draußen ist“, erklärte Produzentin Lena Schömann. Und stellte gleich die entscheidenden Fragen: „Wem wird verziehen? Wer kann vergeben? Wie viel Wahrheit verträgt eine Freundschaft, eine Beziehung?“ Statt in einer Villa sitzt die Gruppe nun in einem Clubhotel fest, wo die nächste Eskalation nicht lange auf sich warten lässt.

Eine Gruppe von vier Männern in Badesachen posiert fröhlich für ein Bild, während eine Frau mit einem Handy fotografiert. Im Hintergrund sind Partygäste und Dekorationen sichtbar.
Sieht nach Harmonie aus: „Der perfekte Urlaub“. Foto: Constantin Film

Elyas M’Barek freute sich jedenfalls über das Wiedersehen mit seinen Kollegen. „Meine Kollegen und ich kennen uns alle schon etliche Jahre und uns verbindet eine lange Freundschaft“, erzählte er. Mit Menschen zu arbeiten, die man auch privat schätzt, sei „ein super Bonus“. Mit den Filmfiguren möchte er allerdings keinesfalls gemeinsam verreisen. „Es wären mir zu viele Geheimnisse, viel zu viele Lügen und zu viel Drama. Das ist viel zu anstrengend. Es ist schon irre, was da passiert, und es tut auch weh beim Zugucken.“

Der Trailer zum Film

Dass auch die Dreharbeiten auf Mallorca kein reiner Erholungsurlaub waren, wurde in Wien rasch deutlich. Rund sechs Wochen verbrachte das Ensemble in einem eigens geschlossenen Hotel in Camp de Mar. Gedreht wurde bis in den Dezember, teilweise im Meer, obwohl die sommerlichen Kostüme noch bei 35 Grad ausgesucht worden waren. Besonders die Bootsszenen verlangten den Schauspielern einiges ab. „Auf dem Wasser zu drehen ist immer sehr anstrengend. Das sieht zwar lustig aus, aber nach so einem Drehtag bist du komplett platt“, erzählte M’Barek.

Ausschnitt aus der Pressekonferenz in Wien. (Video: Katharina Sartena)

Diana Amft, die neu zum Ensemble gestoßen ist, hatte danach jedenfalls genug vom maritimen Vergnügen. „Wir haben ungefähr eine Woche auf dem Boot gedreht“, berichtete sie. Ihre traditionelle jährliche Bootstour mit Freunden habe sie deshalb kurzerhand ausfallen lassen. „Das war dann, glaube ich, doch genug Boot.“

Pressekonferenz mit Wotan Wilke Möhring und Jella Haase, die über ihren Film "der perfekte Urlaub" sprechen.
Wotan Wilke Möhring und Jella Haase in Wien. Foto: Katharina Sartena

Immerhin bot das gemeinsame Hotel reichlich Gelegenheit zur gemeinsamen Freizeitgestaltung. Die Zimmer lagen nebeneinander, und die Drehpausen erinnerten mitunter an einen Schulausflug. Besonders Florian David Fitz erwies sich als Animateur der Truppe. „Florian David Fitz ist bekannt dafür, dass er immer Spiele mitnimmt. Das ist immer sehr nett“, bestätigte M’Barek. Tatsächlich wurde bei der Pressekonferenz ausführlich darüber diskutiert, welche Gesellschaftsspiele man während der Dreharbeiten kennengelernt hatte. Dass die zahlreichen Lachanfälle und Versprecher, von denen einige im Filmabspann zu sehen sind, nur einen Bruchteil der tatsächlichen Arbeit ausmachten, wollte das Ensemble dennoch ausdrücklich festgehalten wissen.

Wie diese prominente Reisegruppe wohl privat funktionieren würde, sorgte ebenfalls für Heiterkeit. Jessica Schwarz wurde kurzerhand zur Organisatorin erklärt, Frederick Lau und Florian David Fitz sollten für Unterhaltung sorgen. „Freddy nachts, Flo tagsüber“, lautete die vorgeschlagene Arbeitsteilung. Fitz zeigte sich einverstanden: „Ich bin für das Programm bis siebzehn Uhr zuständig, dann geht bei mir langsam die Fahrt auf halbmast.“ M’Barek würde immerhin die Organisation übernehmen, wenngleich mit gewissen Vorbehalten: „Ich bin leider auch ein bisschen verwöhnt und habe gewisse Ansprüche.“ Wer kochen sollte, blieb ungeklärt.

Premierenveranstaltung mit einem roten Teppich, auf dem ein Mann ein Interview gibt, während Kameraleute und Publikum zuschauen. Im Hintergrund eine große Wand mit dem Titel 'Perfekte Urlaub' und den Namen der Darsteller.
Viel los im Cineplexx Donauplex bei der Premiere von „Der perfekte Urlaub“. Foto: Katharina Sartena

Zwischen den Scherzen wurde allerdings auch über den ernsteren Kern des Films gesprochen. Jella Haase sieht darin vor allem eine Geschichte über Vergebung und die Schwierigkeiten menschlicher Beziehungen. „Man ist nicht perfekt und die Gruppe ist alles andere, also weit davon entfernt, und trotzdem nähern sie sich an.“ Gerade in der heutigen Zeit sei es wichtig, „eine gute Basis zu haben und sich versuchen, die Hand zu reichen“.

Eine weitere Fortsetzung wollte Produzentin Schömann nicht ausschließen, wenngleich zunächst einmal der neue Film sein Publikum finden müsse. An Ideen mangelte es der Schauspielerrunde jedenfalls nicht: „Das perfekte Weihnachten“, „Das perfekte Halloween“ oder gleich „Die perfekte Scheidung“ wurden vorgeschlagen. Zumindest die Chancen auf einen Kinoerfolg stehen nicht schlecht. M’Barek hofft vor allem, dass das Publikum zwei Stunden lang seine Sorgen vergessen kann. „Für mich ist das immer das, was ich an Kino schätze, dass man einfach mal das Handy ausmacht, zwei Stunden sich in eine andere Welt entführen lässt und im besten Fall gut unterhalten wieder nach Hause gehen kann.“

Das ist im vorliegenden Fall ganz vortrefflich gelungen.

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