Valeska Grisebachs „Das geträumte Abenteuer“: Western ohne Duell

Am Anfang von Valeska Grisebachs neuem Film „Das geträumte Abenteuer“ kommt ein markanter Mann in eine staubige Grenzstadt. Er war jahrelang fort. Die Stadt hat sich verändert, und auch er ist nicht mehr derselbe. Es wirkt wie der Auftakt eines Westerns. Von Matthias Greuling, Cannes Das ist kein Zufall. Wie Grisebach im Gespräch mit Variety vor der Weltpremiere des Films im Wettbewerb von Cannes erklärt, … Valeska Grisebachs „Das geträumte Abenteuer“: Western ohne Duell weiterlesen

Cannes und die Bruchstellen in der Familie

In Cannes sieht man zur Halbzeit viele Filme, die Nachwirkungen von Katastrophen auf die Familie zum Thema haben. Von Matthias Greuling, Cannes Zur Halbzeit der Filmfestspiele von Cannes zeichnet sich ein bemerkenswerter Trend ab: Viele der bislang diskutierten Filme erzählen nicht mehr vom großen gesellschaftlichen Umbruch als Panorama, sondern von seinen Nachbeben im Privaten. Familien, Geschwister, Eltern und Kinder werden zu Versuchsanordnungen, in denen sich … Cannes und die Bruchstellen in der Familie weiterlesen

Das Haus, in dem die Geschichte wohnt

Volker Schlöndorff ist wieder in Cannes. Mit einem Stoff, der fast exemplarisch zu seinem Kino passt: „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“, nach dem Roman von Jenny Erpenbeck. Ein Haus an einem märkischen See wird darin zum stillen Zeugen deutscher Geschichte, zum Ort von Besitz und Verlust, Vertreibung und Erinnerung, Verdrängung und Wiederkehr. Von Matthias Greuling, Cannes Schlöndorff ist nicht hier, um sich noch einmal bestätigen zu … Das Haus, in dem die Geschichte wohnt weiterlesen

In Cannes dominieren die Männer

Gleich zum Start des Filmfestivals steht Festivalchef Thierry Frémaux in der Kritik, nicht mehr Filme von Frauen ausgewählt zu haben. Doch Frémaux verteidigt seine Auswahl. Von Matthias Greuling, Cannes Cannes beginnt, wie Cannes beginnen will: mit rotem Teppich, grellem Mittelmeerlicht, Windböen vor dem Palais des Festivals und dem Versprechen, dass hier für zwölf Tage das Kino noch einmal größer ist als die Welt da draußen. … In Cannes dominieren die Männer weiterlesen

Goldene Bären, klare Worte: Eine Berlinale zwischen Kino und Konflikt

Die Berlinale kürt „Gelbe Briefe“ zum Gewinner des Goldenen Bären, auch „Rose“ von Markus Schleinzer wurde ausgezeichnet. Von Matthias Greuling, Berlin Als am Samstagabend im Berlinale-Palast die Lichter angingen, war die 76. Berlinale entschieden – und doch begann in manchen Dankesreden erst die eigentliche Debatte. Der Goldene Bär ging an „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak, einen Film, der die Erosion demokratischer Gewissheiten in den Alltag … Goldene Bären, klare Worte: Eine Berlinale zwischen Kino und Konflikt weiterlesen

Triumph für „Rose“ von Markus Schleinzer

Premiere für Österreichs Beitrag „Rose“ mit Sandra Hüller: Die Kritiker sind begeistert. Markus Schleinzers neuer Film „ROSE“, im Wettbewerb der Filmfestspiele in Berlin uraufgeführt, wurde nach der Premiere mit lang anhaltendem Applaus gefeiert. Schleinzer erzählt in streng komponierten Schwarz-Weiß-Tableaus eine Geschichte, die im 17. Jahrhundert angesiedelt ist und zugleich weit über ihre historische Verortung hinausweist. Im Zentrum steht eine Frau, die sich als Mann ausgibt, … Triumph für „Rose“ von Markus Schleinzer weiterlesen

Wim Wenders und die Berlinale-Aufregung

Zwischen Empathie und Erwartung: Die Berlinale ringt um die Frage, wie politisch Kino sein darf Von Matthias Greuling, Berlin Der Satz fällt früh, fast beiläufig, und doch bestimmt er binnen Stunden die Tonlage eines ganzen Festivals. Man müsse sich „aus der Politik heraushalten“, sagt Wim Wenders bei der Pressekonferenz der Berlinale-Jury ganz zu Anfang des Festivals. Sobald Filme dezidiert politisch würden, betrete man das Feld … Wim Wenders und die Berlinale-Aufregung weiterlesen

Berlinale 2026: Emotional, traurig & komisch

Die 76. Berlinale ist eröffnet. Mit ein bisschen Glamour, viel Filmkunst und einem Ausblick auf spannende Entdeckungen. Von Matthias Greuling, Berlin Die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin sind am Donnerstag mit einem Abend eröffnet worden, der die politische Kraft des Kinos ebenso betonte wie seine emotionale Tiefe. Im Berlinale Palast am Marlene-Dietrich-Platz trafen sich Schauspieler, Filmschaffende und internationale Gäste, um den Start eines Festivals zu feiern, … Berlinale 2026: Emotional, traurig & komisch weiterlesen

„Der Soldat“: Der Geschichte nachgehen

In Produktion: Marko Doringer dreht einen neuen, wieder sehr persönlichen Film: „Der Soldat“ folgt den Lebensspuren seines Großvaters. Von Matthias Greuling Mit „Der Soldat“ befindet sich derzeit ein Filmprojekt in Arbeit, das sich bewusst der schnellen Verwertbarkeit entzieht. Regisseur Marko Doringer folgt darin der Lebensspur seines Großvaters, eines Soldaten im Zweiten Weltkrieg – nicht, um eine abgeschlossene Familiengeschichte zu erzählen, sondern um von dort aus … „Der Soldat“: Der Geschichte nachgehen weiterlesen